Allgemeines

09-11-2015: Bürgerbeteiligungsprozess zur Zukunft des Theaters in Augsburg

Ab heute 19.30 Uhr in der brechtbühne startet der Bürgerbeteiligungsprozess zur Zukunft des Theaters in Augsburg.

Über die Zukunft wird aber nicht nur in Augsburg, sondern landesweit nachgedacht. Hier ein Beitrag der sich selbstkritisch mit der Institution Stadttheater auseinandersetzt:
 
"Das Stadttheater kann mehr und ist weitaus spannender als das, was wir gerade verzweifelt verteidigen. Doch um seinen eigenen Möglichkeiten zu entsprechen, muss es sich reformieren und sich selber kritisch in den Blick nehmen. Es muss entrümpeln und Ballast abwerfen, alte Glaubenssätze kritisch befragen und sich öffnen. Reformen sind dringend nötig, nicht um effektiver und marktkonformer zu werden, sondern um Autonomie und Freiräume zurück zu erobern."...

"Denn all die Analysen über den Wandel der Städte und der Arbeit, der Öffentlichkeit und Kultur, auch die des Publikums, die wir in den letzten Jahrzehnten diskutiert haben, sind ja zutreffend: Unsere von bürgerlichen und nationalen Werten geprägte deutsche Kultur verändert sich. Wir verhandeln momentan darüber, wie unsere Städte und Gesellschaft in Zukunft aussehen sollen, wer in ihnen leben darf, wie sie organisiert und finanziert werden, wie Informationen und Wissen distribuiert werden, was Bildung überhaupt ist und in welchen Strukturen wir demokratische Gestaltung ermöglichen können. Die wesentlichen Parameter unserer sozialen Koordinaten müssen neu bestimmt werden, und wir suchen nach dem, was die gemeinsame öffentliche Sache in Zukunft sein kann. Dabei beobachten wir neugierig, welche Formen von Kunst dabei entstehen und welche Kultur die Menschen brauchen.

Diese Veränderungen sollten wir aktiv mitgestalten, denn darin liegt die große Qualität des Theaters. Kein anderes Medium ist so eng mit den Strukturen des Öffentlichen verbunden wie das Theater, denn das Theater erst produziert diese Strukturen und Räume. So wie es einstmals eine bürgerliche Welt erschaffen hat, so kann es heute die Kultur und die Öffentlichkeit der Zukunft formen. Es kann zu neuen Erzählungen und neuen Räumen beitragen. Nicht als gymnasialer Bildungsvorgang von oben, sondern durch beidseitige Resonanz: Nur wenn sich die öffentlichen Strukturen in die Form des Theaters einschreiben, kann das Theater diese gestalten und so seinen eigenen Raum und den der Kunst offen halten. Das ist ein Weg, den Stadt und Theater gemeinsam gehen können."

http://www.nachtkritik.de/

 
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